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Zeitmanagement in der Küche

  • 14. Nov. 2021
  • 7 Min. Lesezeit

Kleine Tricks, die das Leben einfacher machen



Ich kann absolut nachvollziehen, dass nicht jeder Zeit und Lust hat jeden Abend stundenlang in der Küche zu stehen und alles frisch zu kochen. Auch ich würde übertreiben, wenn ich behaupten würde, dass dies bei uns der Fall ist. Im Gegenteil - wir schauen zwar, dass wir möglichst immer frische und gesunde Zutaten nutzen, aber auch hier lautet die Devise: im Alltag möglichst praktisch, schnell und effizient.


So haben sich im Laufe der Jahre einigen Praktiken bei uns eingebürgert, wie wir mit relativ wenig Aufwand an unser Ziel kommen. Und bitte nicht falsch verstehen – mein Mann und ich kochen beide sehr, sehr gerne und lieben es neue Dinge auszuprobieren, aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass wir beide einen Full-Time-Job haben, gerne auch anderen Hobbys nachkommen und im Alltag bestimmte Verpflichtungen warten. So ist es uns nicht immer möglich und – auch das muss ich betonen – nicht immer gewollt, Stunden beim Kochen zu verbringen, um kreative und neue Rezepte auszuprobieren.

Aus diesem Grund und weil ich davon überzeugt bin, dass wir mit dem Problem nicht die einzigen sind, habe ich euch im Folgenden einige meiner wertvollsten Zeitspartipps zusammengestellt.


1. Die richtige Vorbereitung

Wer sich schon einmal mit dem Thema Projektmanagement auseinandergesetzt hat, der weiß genau, dass eine gute Vorbereitung das A und O für ein gelungenes Zeitmanagement ist. Und da letztendlich jedes Gericht als eigenes Projekt gesehen werden kann, so ist es nur schlüssig, dass auch die Zubereitung des Essens einer guten Vorbereitung bedarf.


Und damit meine ich nicht das von Foodbloggern ins Leben gerufene und in Social Media sehr präsente, sogenannte Mealprepping. Zwar ist das sicherlich eine tolle Idee und für sehr viele Personen eine gut funktionierende Lösung, ich persönlich bevorzuge jedoch lieber die Vielfalt und beschränke mich nicht gerne auf die immer gleichen Zutaten.


Aus meiner Sicht zählt zu einer guten Vorbereitung die Nutzung der Zeit, wenn ich sie habe. Und nicht nur Zeit, sondern auch Lust. Ein verregneter Sonntagnachmittag zum Beispiel.

An solchen Tagen bereite ich gerne nützliche Dinge vor, die mir zu einem späteren Zeitpunkt (wenn ich mit anderen Dingen beschäftigt bin) dienen.

Z.b. lassen sich Soßen, wie eine Tomatensoße, super vorbereiten und anschließend in einem sterilisierten Glas bis zu mehrere Wochen lagern. So kann ich zu einem späteren Zeitpunkt auf die frische und leckere Sauce zurückgreifen, ohne einen Qualitätsverlust zu erleiden.

Auch bereite ich gerne meinen Pizzateig vor und friere ihn portionsweise in Gefrierschrank ein. So muss man den Boden nicht frisch zubereiten, wenn man gerade Lust auf eine Pizza hat. Selbst die fertig belegte Pizza lässt sich gut einfrieren. Hier gehts zur Anleitung.


Bei Salatdressings kann man mit einer guten Vorbereitung ebenfalls viel Zeit sparen. Da es bei uns meistens sowieso die gleichen zwei Arten gibt, bereite ich meistens größere Mengen zu, sodass für die kommenden Tage noch ausreichend da ist. Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich die vorbereitete Salatsoße ca. 1 Woche. Variation lässt sich ganz einfach über unterschiedliche Beilagenkombinationen in den Salat bringen.


2. Aus Alt mach Neu - kreative Resteverwertung

Wie bereits erwähnt bin ich kein Freund von Mealprepping – sprich das Vorkochen für die ganze Woche mit gleichen oder sehr ähnlichen Zutaten. Da fehlt mir schlichtweg die Abwechslung. Dennoch gibt es, abgesehen davon, kreative Möglichkeiten, um Reste sinnvoll und in völlig anderer Art und Weise weiterzuverarbeiten.

Dafür habe ich euch im Folgenden einige klassische Wiederverwendungsmöglichkeiten aufgezählt:


Salzkartoffeln werden zu:

  • Bratkartoffeln

  • Kartoffelbrei

  • Kartoffelgratin

  • Tortilla

  • Gnocchis

  • Einlage im Eintopf

  • Kartoffelsuppe

Reis pur kann weiterverwendet werden in/als:

  • Burritos / Tacos

  • Reissalat

  • Milchreis

  • Reispuffer

  • Reispfanne

  • Als Einlage in Suppen

Gekochte Nudeln

  • Auflauf

  • Nudelsalat

  • Als Einlage in Suppen / Eintöpfen

  • Bratnudeln mit Ei


3. Menüplan

Einkaufen kostet Zeit – wer mehrmals in der Woche kleinere Einkäufe tätigt und vor dem Kochen noch schnell in den Supermarkt huscht, der verplempert wertvolle Minuten. In einer Stadt mag das vielleicht noch gehen, aber gerade hier auf dem Land vergeudet man mit den langen Wegen enorm viel Zeit. Stattdessen empfehle ich einmal die Woche einen Großeinkauf. Macht euch im Vorfeld grobe Gedanken, was ihr für die kommende Woche benötigt und schreibt mehrere Menüideen auf. Überlegt auch, ob die Essensideen mit euren Freizeitplänen gut umsetzbar sind und plant in jedem Fall 1-2 Restetage ein.


Mit einem guten Plan für die Woche, spart ihr euch nicht nur die Wege zum Supermarkt, sondern auch die Zeit, jeden Abend zu überlegen, was ihr kochen könntet.


Und bitte lasst euch nicht davon abschrecken – das bedeutet nicht, dass ihr minutiös jeden Tag euer Essen von morgens bis abends durchplanen müsst. Im Gegenteil, ihr seid trotzdem noch sehr frei in der Gestaltung.


Ich mache mir z.B. am liebsten am Tag des Einkaufes (oder einen Tag davor) Notizen, was für Gerichte die darauf folgende Woche gekocht werden könnten. Dabei schreibe ich einfach zusammen, wonach mir gerade ist und was für saisonale Produkte es derzeit auf dem Markt gibt. Unter der Woche kann ich dann aus diesem Repertoire schauen, was mir am besten für den jeweiligen Tag taugt.

Die Zutaten, die ich dann für die geplanten Gerichte einkaufe, lassen sich meistens ohne Probleme auch für andere Dinge einsetzen. So plane ich nicht jeden Tag bis ins kleinste Detail, sondern lasse mir gerne mehrere Optionen offen. Für mich funktioniert diese Taktik bestens, ohne dass ich mich eingeschränkt fühle.


Übrigens, wer nun Bedenken hat, dass durch den einmaligen Wocheneinkauf bestimmte frische Zutaten schnell kaputtgehen, kann sich entspannt zurücklehnen. Durch die Planung im Vorfeld (und die vorherige Überlegung an welchen Tagen ihr überhaupt zu Hause seid) habt ihr einen viel besseren Überblick über eure Lebensmittel. Probiert es einfach mal aus!


4. One-Pot Gerichte

Nicht nur das Kochen, sondern vor allem das Aufräumen hinterher benötigt viel Zeit. Wer keine Spülmaschine besitzt oder z.B. ungern Töpfe und Pfannen darin wäscht, ist meist fast länger mit abwaschen und aufräumen als mit dem eigentlichen Kochen beschäftigt. Deshalb bieten sich Gerichte an, die in nur einem Topf gekocht werden können.


Folgende One-Pot-Gerichte findet ihr auf meinem Blog:



5. Richtige Wahl der Beilagen

Manche Beilagen sind zwar sehr lecker, benötigen jedoch viel Zeit in der Vorbereitung. Wenn es schnell gehen muss, rate ich deshalb dazu auf bestimmte Beilagen zurückzugreifen.


Meine To-Go-Beilagen sind:

  • Couscous (einfacher nur mit heißem Wasser begießen)

  • Wedges (können ohne schälen nur mit Öl und Gewürzen in den Ofen gegeben werden und bereiten sich von alleine zu)

  • Ofengemüse (grob klein schneiden und wie die Wedges nur mit Öl und Gewürzen in den Ofen schieben)

  • Ofenkartoffel

  • Brot (Bei Eintöpfen, Suppen, Salaten ist Brot als Beilage gang und gäbe, doch auch bei anderen Gerichten, wie z.B. Curry’s funktioniert Brot als Beilage sehr gut.)

6. Gefrorene Zutaten verwenden

Wie auf meinem Blog deutlich erkennbar, bin ich grundsätzlich ein Fan von frischen Zutaten. Dennoch gibt es einige Dinge, die ich gerne zu Hause in meinem Gefrierschrank habe - Erbsen, Spinat und Beeren zählen z.B. dazu.

Das ist praktisch und sehr hilfreich im Alltag. Denn daraus lassen sich Soßen, Dips und Desserts schnell und einfach zaubern.


Selbstverständlich achte ich darauf, dass das Gemüse nicht bearbeitet wurde, sondern in seiner reinen Form schockgefrostet wurde. Auf diese Weise werden die Vitamine im Gemüse bestmöglich konserviert, sodass es nahezu keinen Unterschied zu frischem Gemüse macht - sofern dieses durch Transporte bereits zwei, drei Tage unterwegs ist. Denn sobald das Gemüse geerntet wurde, fängt der Nährstoffgehalt durch Einfluss von Licht und Wärme stetig an zu sinken.

Wenn ihr also nicht gerade eigenes Gemüse und Obst anbaut, könnt ihr damit rechnen, dass in tief gefrorenen Zutaten noch genauso viele Nährstoffe enthalten sind, wie in frischem Gemüse. Wichtig dabei ist nur zu beachten, dass das Gemüse unbehandelt ist.


7. Lass den Ofen für dich arbeiten!

Es gibt unendlich viele Rezepte, bei denen der Ofen die meiste Arbeit für dich übernimmt. Nur kleine Schnibbelarbeiten im Vorfeld und dann alles ab in die heiße Röhre. Das Warten kann einem zwar manchmal etwas lange vorkommen, aber die Zeit lässt sich super für andere Dinge nutzen.


Kartoffel- und Nudelaufläufe, Ofengemüse, Ofenkartoffeln oder vegetarische Lasagne sind nur einige Beispiele für Rezepte, bei denen man eine sehr kurze Vorbereitungszeit hat und der Ofen den Rest der Arbeit erledigt.


8. Think simple

Nicht immer müssen es besondere und tolle Kreationen sein. Auch das Einfache kann super lecker sein. Einige Gerichte kennen wir noch aus unserer Kindheit, vergessen aber oftmals, dass es diese gibt.


Warum nicht mal wieder einen Toast Hawaii machen? Toastbrot mit Schinken, Ananas und Käse überbacken: Ein absoluter Klassiker, den ich als Kind liebte. Mittlerweile habe ich das Gericht vegetarisch umgewandelt und ersetze einfach den Schinken mit einer leckeren Streichcreme (z.B. passt Auberginen-Creme super!). Die Vorbereitung dauert hierfür nur wenige Minuten.


9. Scheiß auf filigran

Wenn mein Vater das liest, wird er nur mit dem Kopf schütteln. Als Koch ist er es natürlich gewohnt Gemüse und co. möglichst fein zu schneiden. Schon früher hat er mir immer versucht beizubringen, dass ich die Dinge akkurat und schön klein schneide - leider vergebens. Sorry Papa, aber bei manchen Gerichten sehe ich es einfach nicht ein. Schließlich koche ich nicht in einem Restaurant und in erster Linie geht es ja um den Geschmack. Ich weiß, das Auge isst mit, aber hey, nicht wenn ich nach einem stressigen Tag nach Hause komme und einfach nur eine warme Mahlzeit auf dem Tisch haben möchte.


Aus meiner Sicht ist es deshalb völlig okay, wenn die Tomaten im Salat nicht klein gestückelt, sondern geviertelt sind, wenn in meiner Reispfanne die Aubergine und Zucchini nicht akkurat gewürfelt, sondern grob geschnitten sind und wenn Zwiebeln einfach statt in Stückchen als ganze Viertel oder längliche Fäden ins Essen gegeben werden. (Verleiht dem Gericht übrigens einen ganz anderen Charakter).

Auch Karotten als Ganzes können super verarbeitet werden - das ist sogar total hip und lässt sich gefühlt in jeder zweiten Folge beim "Perfekten Dinner" beobachten.


10. Auf Schälen verzichten

Schon alleine aus dem Grund, dass in der Schale von Obst und Gemüse in der Regel die meisten Vitamine stecken, sollte man seine Karotten, Äpfel und Gurken am besten ungeschält verwenden. Zusätzlich spart ihr dadurch jede Menge Zeit.


Auch Kartoffeln lassen sich hervorragend mit Schale zubereiten. Bei Wedges, Pommes, Ofenkartoffeln oder auch Salzkartoffeln kann man die Haut einfach dran lassen und mitessen.




 
 
 

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Über mich

Ich heiße Kathrin und bin die Autorin von Küchengeschwätz.

Mit einem Koch als Vater wurde mir die Begeisterung für gutes Essen wortwörtlich in die Wiege gelegt...

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