Nachhaltiger einkaufen und gleichzeitig Geld sparen
- 2. Jan. 2021
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. März 2021
10 Tipps wie du bei deinem nachhaltigen Wocheneinkauf Geld einsparen kannst
Es gibt derzeit wohl kaum etwas, was kontroverser diskutiert wird als das Thema Nachhaltigkeit. Der Begriff bringt das schon mit sich. Wo beginnt Nachhaltigkeit und wo hört sie auf bzw. hört sie überhaupt auf?

Für viele bedeutet das Wort Nachhaltigkeit in erster Linie ökologisch, also mit Rücksicht auf die Umwelt, zu handeln. Doch dies ist nur ein Teil der Nachhaltigkeit. Oftmals werden die Wirtschaftlichkeit und der soziale Faktor komplett ausgeblendet. Die klassischen Modelle der Nachhaltigkeit beleuchten hingegen alle drei Säulen gleichermaßen. Ökologie, Ökonomie und Soziale Gerechtigkeit.
Viele Menschen haben Angst durch eine Umstellung des Einkaufsverhaltens im Sinne der Nachhaltigkeit mit zusätzlichen Kosten belastet zu werden. Sicherlich kann dem Argument in gewisser Hinsicht zugestimmt werden. Bei nachhaltigen Produkten wird z.B. auf faire Arbeitsbedingungen und Löhne geachtet oder weniger Pestizide zum Einsatz gebracht. Das steigert den Herstellungspreis und im Umkehrschluss auch den Verbraucherpreis. Es gibt jedoch einige Tipps mit denen du wiederum durch bewussten Konsum Geld einsparen kannst und somit dein Einkaufsbudget ausgleichst.
1. Einkaufsliste / Essensplan
Eine gute Planung ist das A und O im Haushalt. Wenn du dir im Vorfeld deines Einkaufs einen Essensplan bzw. eine Einkaufsliste schreibst, vermeidest du unnötige Spontankäufe, die dein Budget belasten und gegebenenfalls sogar im Müll landen, weil du nicht alle Lebensmittel verbrauchen kannst.

2. Saisonales Obst und Gemüse
In der jeweiligen Saison steht ein ausreichendes Angebot an Obst und Gemüse zur Verfügung. Dadurch kann dieses zu einem günstigeren Preis angeboten werden, als dies in der Nebensaison der Fall ist. Du profitierst gleich zweimal. Zum einen ist das Obst und Gemüse in der Saison wesentlich schmackhafter, zum anderen schont dies ordentlich den Geldbeutel.
3. Regionales Obst und Gemüse
Exotische Früchte legen einen langen Weg hinter sich, bevor sie hierzulande konsumiert werden können. Dieser lange Weg verursacht nicht nur hohe Emissionen, sondern auch höhere Kosten. Bei dem Kauf von regionalem Obst und Gemüse entfällt dieser lange Anfahrtsweg. Zudem hat regional angebotenes Obst und Gemüse gleichzeitig Saison, was dieses wiederum günstiger macht. Natürlich muss der Tipp mit Vorsicht betrachtet werden, da auch einige Obstsorten, trotz mehrerer tausend kilometerlangen Reise, noch sehr günstig im Markt angeboten werden können.
4. Rabattierte Produkte
Immer häufiger sichtet man in Supermärkte kleine Ecken oder Körbe, in denen Produkte gesammelt werden, welche noch gut genießbar sind, aber nicht mehr im offiziellen Verkauf angeboten werden können. Viele der Produkte sind nah am Verfallsdatum, haben Druckstellen oder sind im auslaufenden Sortiment. Mit deinem Einkauf rettest du die Produkte vor der Tonne und sparst gleichzeitig Geld.
5. Große Packungen kaufen
Eine Weisheit, die wahrscheinlich den meisten schon geläufig ist, jedoch oftmals in Vergessenheit gerät. Große Packungen sind meistens nicht nur wesentlich günstiger auf das Gramm heruntergerechnet, sondern sparen im Verhältnis auch Verpackung. Ob Waschmittel, Mehl, Nudeln oder Essig und Öl – hier kann ordentlich gespart werden. Ich beispielsweise kaufe immer den 5kg Mehlsack oder auch das Waschmittel im XXL – Karton.
Bei diesem Tipp sollte allerdings darauf geachtet werden, dass verderbliche Lebensmittel auch innerhalb der Haltbarkeit aufgebraucht werden können. Ansonsten geht das Ganze nach hinten los und die Ware muss weggeschmissen werden. Klassisches Beispiel: Mais kaufe ich immer in den kleinsten Dosen, da mein Partner diesen nicht isst und ich allein nicht alles aufbrauchen kann.
Bitte beachtet dies und entscheidet individuell, ob ihr die großen Packungen rechtzeitig aufbrauchen könnt.
6. Apps – To good to go
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Apps, die zum Ziel haben die Lebensmittelverschwendung zu minimieren.
Eine möchte ich jedoch besonders hervorheben. Die App "To good to go" listet Bäckereien, Metzgereien, Lebensmittelläden, Restaurants, Cafés, usw. welche übrig gebliebenen Produkte zu einem günstigeren Preis an die Endkunden verkaufen. Du kannst dein Paket direkt in der App kaufen und bezahlen und dann zur vorgegebenen Uhrzeit deine Lebensmittel abholen. Super Konzept wie ich finde, da der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung gleichzeitig Geld einspart.
Einziges Manko – wer, wie ich, im ländlichen Raum wohnt, hat meist kein großes Angebot verglichen mit der Stadt. Doch auch bei Städtereisen kann man die App wunderbar nutzen!
7. Eigene Kräuter anbauen
Kräuter sind super einfach zu pflegen und benötigen nicht viel Platz. Ein kleiner Balkon, ab und an etwas Wasser (Regenwasser) und ggf. ein schattiges Plätzchen ist vollkommen ausreichend. Ich baue deshalb die klassischen Kräuter, wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum oder Minze selbst an bzw. kaufe mir ein Topf und ziehe diese dann den Sommer über. Dafür braucht man keinen besonders grünen Daumen. Ihr könnt dadurch auf den Kauf von Kräutern im Laden verzichten und wiederrum Geld sparen.

8. Viel Gemüse einkaufen
Gemüse, vor allem in der Saison, ist deutlich günstiger als Käse-, Fleisch- oder auch Fleischersatzprodukte. Warum also nicht ein oder zweimal die Woche das Gemüse als Hauptzutat in den Gerichten verwenden? Suppen, Reispfannen, indisches Curry oder auch asiatische Nudelpfannen. Hier braucht es kein Fleisch oder Fleischersatzprodukte – auch ohne werdet ihr garantiert satt.
9. Frisch kochen
Fertiggerichte sind hoch verarbeitet, beinhalten meistens fragwürdige Zutaten und sind zudem vergleichsweise teuer. Da seid ihr mit frisch zubereiteten Gerichten deutlich günstiger unterwegs. Zugegeben, auch ich schiebe ab und zu mal einen fertigen Back-Camembert aus Bequemlichkeit in den Ofen, aber den Großteil meiner Mahlzeiten bereite ich frisch zu und spare somit viel Geld. Natürlich bin ich mir bewusst, dass nicht jeder Zeit hat abends noch stundenlang in der Küche zu stehen, doch ich garantiere euch, dass es zahlreiche Gerichte gibt, die innerhalb kürzester Zeit zubereitet sind.
Auch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie ihr durch eine gute Vorbereitung bzw. Meal-Prepping Zeit sparen könnt.
10. Auf Lebensmittel mit Suchtfaktor verzichten
Cola, Gummibärchen, Chips – Diese Lebensmittel enthalten enorme Zuckermengen, haben einen hohen Fettgehalt und sind meist in Plastik verpackt. Für uns gehört der Konsum dieser Produkte zum Alltag, auch wenn wir diese in unserer Ernährung nicht benötigen – im Gegenteil in großen Mengen schaden sie unserem Körper und der Umwelt. Trotz dieses Wissens landen die Süßgetränke und Snacks wöchentlich in unseren Einkaufswägen – auch in meinem.
Ich habe deshalb im Laufe der Zeit versucht meinen Konsum weitestgehend einzuschränken bzw. auf Alternativen zurückzugreifen. Wenn ich z.B. Lust auf Geschmack in meinem Getränk habe, mache ich mir einen Smoothie, füge Zitrone in mein Wasser oder trinke Tee. Auch gibt es viele leckere Rezepte für gesunde Snacks, die ohne Zusatz von Industriezucker auskommen.

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