Resteverwertung: Meine TOP 10
- 26. Apr. 2021
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Mai 2021
Wie kann ich Lebensmittelreste sinnvoll verwerten und dadurch Abfall vermeiden?

Die Fülle an Lebensmitteln, die wir in unseren Supermärkten haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Für mich persönlich ist es deshalb umso wichtiger, dass wir uns dessen bewusst sind und nachhaltig mit unseren Nahrungsmitteln umgehen.
Im Alltag schmeißen wir sehr häufig vieles weg, ohne es überhaupt zu bemerken. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, umso mehr wird mir bewusst, dass es unzählige Möglichkeiten gibt Bioabfall zu vermeiden und vieles nur weggeschmissen wird, weil wir es schlichtweg nicht besser wissen.
Unsere Generation hatte nie mit Nahrungsknappheit zu tun – im Gegensatz: es gab und gibt alles in Hülle und Fülle. Über die Jahre hinweg ist deshalb wertvolles Wissen verloren gegangen und wir haben verlernt, wie man achtsam mit Lebensmitteln umgeht. Dabei sind viele traditionelle und leckere Gerichte gerade aus der Not heraus geboren.
Mir liegt das Thema Lebensmittelverschwendung sehr am Herzen. Mit dem heutigen Blogpost möchte ich euch deshalb einige Tipps an die Hand geben, welche Reste ohne Probleme weiterverwendet werden können und welche leckeren Sachen sich daraus noch zaubern lassen. Ganz nebenbei spart ihr somit jede Menge Geld.
1. Brotreste
Ich liebe den Duft von frischem Brot direkt aus dem Ofen. Leider verfliegt die Frische jedoch recht schnell und die Backware wird pappig oder hart. Als belegtes Brot lässt es sich dann kaum noch genießen. Zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie das Gebäck dennoch weiterverwertet werden kann.
Croutons: Croutons eignen sich perfekt als Topping auf dem Salat oder in der Suppe. Kaufen müsst ihr diese jedoch nicht, denn altes Brot kann perfekt für die Croutonherstellung genutzt werden. Hier geht's zur Anleitung.
Brotchips: Ich bin ein Fan von Brotchips. Diese sind so simpel, aber zugleich zählen sie für mich zu meinen Lieblings-Knabbergebäcken. Neben der gekauften Variante kann man diese auch superschnell und unkompliziert selbst herstellen. Der Herstellungsprozess ähnelt dem der Croutons. Nur wird das Brot statt in Würfel in Scheiben geschnitten und danach mit Öl beträufelt in den Ofen geschoben.
Knödel: für mich war schon als Kind der Urlaub nach Südtirol oder Österreich mit der Erinnerung an den Geschmack von Knödeln verknüpft. Schon wochenlang vor dem Urlaub habe ich mich auf die leckeren Bällchen gefreut. Und ich denke damit bin ich nicht die Einzige. Gute Nachrichten: der Geschmack lässt sich ganz einfach nach Hause bringen, denn sie sind superschnell selbst gemacht. Und das Beste: Brotreste lassen sich darin 1A verarbeiten - selbst Laugenbrötchen eignen sich als Grundlage für den Knödelteig.
Semmelbrösel: Um Brotreste zu Semmelbrösel zu verarbeiten reicht es aus, wenn ihr die Brotreste mit einem leistungsstarken Mixer oder Zerkleinerer zu Bröseln verarbeitet. Die Semmelbrösel könnt ihr zum Panieren von Schnitzeln oder Gemüse verwenden.
2. Apfel- / Orangen- / Zitronenschalen
In vielen Kuchenrezepten wird die Schale vom Apfel entfernt. Nicht bei jedem Rezept ist das auch notwendig. Oftmals kann die Schale einfach mit verwertet werden. Das ist übrigens besonders gesund, denn unter der Schale stecken die meisten Vitamine und Ballaststoffe des Apfels. Allerdings sollte man die Äpfel zuvor gründlich waschen.
Solltet ihr dennoch einmal den Apfel schälen, so könnt ihr die getrocknete Schale perfekt in eurer Teemischung verwenden.
Passend zu den Apfelschalen können auch Orangen- oder Zitronenschalen weiterverwendet werden. Beides schmeckt ebenfalls sehr gut in einer eigen angesetzten Teemischung.
Für all diejenigen, die gerne einen frischen Raumduft in den eigenen vier Wänden haben, können die Orangen- und Zitronenschalen auch als Ersatz für teure Duftkerzen oder Duftsprays verwenden. Getrocknete Schalen auf der Heizung versprühen ein angenehm erfrischenden Duft und sind gleichzeitig kostenlos.
Wenn ihr gerne Infused Water, also Wasser mit Geschmack trinkt, könnt ihr die Obstschalen auch zur Aromatisierung verwenden. So erhält das Wasser einen leckeren Geschmack und wird zugleich mit wertvollen Vitaminen angereichert.

3. „Bioabfall“ – Schalen, Gehäuse und grüne Stellen
Jeder, der häufiger in der Küche kocht, wird wissen, dass zwangsläufig einige Dinge im Bioabfall landen. Gemüseschalen, eingedrückte Stellen, Karottengrün, welke Kräuter, Gehäuse der Paprika, Gemüseenden, usw.
Viele dieser Bioreste werden als unvermeidlich angesehen - doch natürlich gibt es auch hierfür noch wunderbare Verwendungsmöglichkeiten. Ich persönlich sammele gerne die Reste von der Woche und koche eine leckere Gemüsebrühe daraus. Zwar ist die Brühe nicht so kräftig, wie eine Instant-Gemüsebrühe, aber dafür gänzlich kostenlos, 100 % natürlich und definitiv geschmacks- und gehaltvoller als der allseits bekannte „Fond naturale“. Eine Anleitung zur Gemüsebrühe aus Resten findest du hier.
4. Gurkenwasser
Der übrige Essig aus Gurkengläsern sollte nicht entsorgt werden, denn er eignet sich wunderbar als Grundlage für Dressings. Ich verwende das Essigwasser z.B. für meinen Wurstsalat oder im Kartoffelsalat.
5. Öl von eingelegten Lebensmitteln
Oliven, Feta oder getrocknete Tomaten kaufe ich sehr gerne in Öl eingelegt. (Oder lege es selbst in Öl ein). Zusammen mit den darin enthaltenen Kräutern und Gewürzen wirkt das Öl an Marinaden oder im Salatdressing als natürlicher Geschmacksverstärker. Gläser also auf keinen Fall mit Inhalt entsorgen, sondern weiterverwenden.
6. verwendetes Mehl sieben
Zum Backen von Brot oder anderen Teigen muss meistens die Arbeitsfläche mit Mehl bestäubt werden. In der Regel bleibt jedoch jede Menge Mehl übrig, was zu schade wäre zum Entsorgen. Das muss auch nicht, denn mit einem handelsüblichen Sieb (feines Gewebe) kann das verwendete Mehl wieder zurück in die Verpackung gesiebt werden.
7. Braune Bananen
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Bananen nur mag, wenn sie keine braunen Stellen haben und fast noch grün sind. Da ist die Zeit der „Essbarkeit“ sehr begrenzt. Doch auch hierfür gibt es tolle Möglichkeiten. Denn auch wenn ich die Bananen im fortgeschrittenen Reifestadium nicht mehr gerne esse, liebe ich dennoch die Intensität des Geschmacks. Und so schmeckt die Banane in der Bananenmilch sehr lecker. Kombiniert mit verschiedenen Obstsorten, wie z.B. Erdbeere oder Heidelbeere ist der Smoothie eine wahrer Genuss.
Auch verarbeitet zu Bananenbrot oder als Fruchteinlage im Muffin schmeckt die Banane ausgezeichnet.
Für vegane Gerichte wird Banane sehr oft als Ersatz für Ei verwendet – hauptsächlich in süßen Speisen. Ihr könnt diese z.B. in euren Pancakes oder Waffeln als Bindemittel verwenden.

8. Fritteusenöl wiederverwenden
Egal ob Fritteuse oder im Topf – beim Frittieren benötigt man jede Menge Öl. Dieses Öl wird durch den Frittiervorgang deutlich verschmutzt und kann so nicht wieder verwendet werden. Auch hierfür gibt es eine Lösung. Das verwendete Öl kann durch einen Kaffeefilter oder Passiertuch passiert und in eine neue Flasche abgefüllt werden. Zwar ist das Öl etwas dunkler als davor, aber es kann ohne Bedenken beim nächsten Mal wiederverwendet werden. Mehr als zweimal sollte der Vorgang jedoch nicht wiederholt werden, da ansonsten das Frittieröl ranzig wird.
9. Wasser von Bohnen oder Hülsenfrüchten
Das Wasser in dem Bohnen oder Hülsenfrüchte eingelegt sind, ist unter dem Namen Aquafaba bekannt und wird in vielen Rezepten als Ersatz für Ei verwendet. Die Konsistenz ähnelt sehr derer von Eiweiß und kann somit sogar zu Schaum aufgeschlagen werden. Dabei wird der vegane Eiersatz sowohl in herzhaften als auch in süßen Speisen verwendet. In meinem Rezept für vegane Mayonnaise habe ich ebenfalls Aquafaba als Eiersatz verwendet.
10. Radieschengrün / Karottengrün
Wenn man nicht gerade einen Hasen oder andere Haustiere zu Hause hat, findet man meist keine Verwendung für das Grün von Radieschen oder Karotten. Zumindest ging es mir lange Zeit so. Zum Glück habe ich hierfür mittlerweile eine Lösung gefunden. Das Grün von Radieschen oder Karotten kann ganz einfach und günstig zu Pesto verarbeitet werden. Zwar kann dieses geschmacklich nicht mit einem klassischen Basilikum- oder Rucolapesto mithalten, jedoch kann es in der richtigen Kombination mit anderen Zutaten sehr gut verwendet werden. Z.B. macht es als Dressing im Nudelsalat oder als Topping auf Pizzen und Flammkuchen eine gute Figur. Probiert doch einfach eure eigene Kombination aus: Pesto aus Radieschengrün

Die Liste ist ein Auszug aus meiner TOP 10 zum Thema Verwertungstipps. Es gibt noch ganz viele weitere Ideen und Verwendungsmöglichkeiten und ich freue mich schon in einem nächsten Blogbeitrag die oben genannten Tipps zu erweitern. Gerne dürft ihr mir im Kommentarfeld eure Vorschläge und Erfahrungen zum Thema Resteverwertung mitteilen. Ich bin gespannt wie ihr Zuhause Bioabfall vermeidet und welche kreativen Tipps ihr für mich habt.

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